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Datingtipps & mehr -
Seitensprung Polygam - von Natur
aus?
Martin, der zu Hause bei seiner reizenden Freundin natürlich
anders heißt, liegt voll im Trend, denn 38 Prozent aller
Frauen und 42 Prozent aller Männer, so das Ergebnis
verschiedener Umfragen, haben ihren Partner schon einmal
betrogen. Gleichzeitig halten fast 70 Prozent aller
Befragten Treue für den wichtigsten Wert in ihrem Leben –
vermutlich die Treue ihres Partners, nicht die eigene.
Für Seitensprünge gilt: Fast jeder will sie, aber keiner
gönnt sie seinem Partner“, erzählt die 29-jährige Katja S.,
eine zufriedene Ehefrau mit viel aushäusiger Spielzeit. Die
verbringt sie mit Falco M., oft unterwegs und horizontal
genauso wenig ausgelastet wie sie. Auch sie ist Expertin in
puncto Tageszimmer. Zuckt nicht mehr zusammen, wenn sie
„Gepäck dabei, gnädige Frau?“ gefragt wird. „Diesmal nicht“,
erwidert sie fröhlich. Es ist ihr völlig egal, ob ihr die
Etagenkellner die ehebrecherische Absicht von der glatten
Stirn ablesen. Hotelzimmertür zu, Fernseher auf Musik,
Flasche Champagner geköpft, die kleinen Proseccofläschchen
in der Minibar sind zu teuer, und ab geht die Post.
„Es klingt total abgebrüht“, sagt Katja, „aber ich habe
überhaupt kein schlechtes Gewissen dabei. Wir haben alle
etwas davon. Falco und ich sowieso, aber auch mein Mann und
Falcos Freundin, weil sie von unserer sexuellen
Ausgeglichenheit profitieren. Auch und gerade im Bett.
Unsere Beziehungen haben wieder Glanz, seitdem wir
miteinander fremdgehen.“
Liegt das Bedürfnis nach Standbein-Spielbein-Akrobatik
möglicherweise in unserer Biologie? Ist Monogamie vielleicht
sogar wider die Natur, eine „Tyrannei der Intimität“, wie
sie der amerikanische Soziologe Richard Sennett nennt? Sind
also alle Lebewesen eigentlich polygam geplant?
Scheidungsstatistiken (fast jede zweite Ehe wird geschieden)
und neue Forschungen in der Tierwelt legen diesen Verdacht
nahe.
Trend zur Zweitbeziehung!
Als Pia N. eine Anzeige mit dem Wortlaut: „Gebunden und
trotzdem allein? Flotte Sie, 42, möchte dich kennenlernen“
aufgab, bekam sie 104 Zuschriften. Fazit: Fast alle, die in
einer festen Partnerschaft leben, sehnen sich nach einer
Affäre. Nach Sekt auf nackter Haut, nach Essen bei
Kerzenschein.
Ehe ist wie Schlittschuhlaufen. Es gibt die öde Pflicht. Und
es gibt die Lust auf die Kür. Beides gehört dazu.
„Ich sehe sofort, wenn eine Frau bereit ist“, behauptet
Martin, „sie hat dann diesen Blick in den Augen, dieses
Funkeln. Ich spreche sie an, manchmal ganz direkt. Ich sage:
Ich habe unheimliche Lust, mit dir zu schlafen. Ich gebe ihr
meine Handynummer und gehe. Dann liegt es an ihr.“
Seitensprünge sind wie Fingerabdrücke. Jeder hat einen
anderen. Der eine springt oft, der andere selten, der eine
entsorgt das Alte, bevor er das Neue beginnt, der andere
springt wild durcheinander. Der eine quält sich mit
Schuldgefühlen und tut es trotzdem, der andere würde gern,
aber verkneift es sich. Oder er würde gern, aber keiner
fragt ihn.
Wer es nicht tut, träumt davon. Wer nicht davon träumt, ist
Bigamist. Seitenspringen kann jeder. Ralph, 34, ist keiner,
dessen Optik als sexuelle Visitenkarte funktioniert. Er ist
klein, mit leichtem Bauchansatz, sein Haaransatz flieht.
Trotzdem hat er Frauen ohne Ende, und die verdankt er einer
schlichten, leider universell zutreffenden Tatsache: Die
meisten Frauen haben selten einen richtig schönen Orgasmus.
Da viele dieser Frauen Partner haben, folgt daraus, dass die
meisten Männer nicht im Stande sind, ihren Partnerinnen
einen schönen Orgasmus zu verschaffen. Umso beglückter sind
sie deshalb, dass es Ralph gibt. Wo andere Männer
ungeschickt herumschrammeln, greift er virtuos in die
Tasten. Da er dies auch regelmäßig bei seiner Freundin tut,
hat sie keinen Grund, an seiner Treue zu zweifeln.
Sündiges Dessert
Ralph ist ein glücklicher Mann, weil er die Grundregeln des
Seitenspringens perfekt beherrscht. Am meisten Spaß macht
Fremdgehen, so seine langjährige Erfahrung, wenn beide
solide verbandelt sind, denn dann entstehen keine
einseitigen Besitzansprüche.
„Wenn du merkst, dass es eng wird, dass sie oder er mehr
will, dann heißt es: sofort Schluss machen. Sonst brodelt
ein Häschen auf deinem Küchenherd wie bei ,Verhängnisvolle
Affäre‘.“
Ein Hollywoodfilm übrigens, der mehr für die vorübergehende
männliche Treue getan haben soll als die Erfindung des
scharfen Küchenmessers. Es ist so einfach. Man sieht, man
gefällt, man verabredet sich. Was heutzutage ja cool und
easy ist. Keine postlagernden Briefe wie zu Omas, kein
Zweimal-kurz-einmal-lang am häuslichen Festnetzanschluss wie
zu Muttis Zeiten. SMS an den Lover getippt, kurz die Mailbox
gecheckt, dabei dem Gatten zugelächelt – tut mir Leid,
Schatz, ich bin sofort für dich da –, und mit der Vorfreude
auf ein kleines, sündiges Dessert schmeckt der häusliche
Eintopf gleich noch mal so gut.
Denn nach dem heimlichen Treffen, am besten in der
Mittagspause, da erstens unverfänglich und zweitens zeitlich
begrenzt, gehen beide gut durchblutet wieder nach Hause,
bestens gelaunt und mit der leichten Prise Schuldgefühl, die
einen Ehealltag durchaus beleben kann.
So bleibt geheim, was geheim bleiben soll. Garantiert!
1. Sorgen Sie für ein gutes Alibi: Am einfachsten ist
die Verlängerung realer Termine. Sie könnten auf einem
ganztägigen Seminar sein, obwohl es eigentlich schon mittags
vorbei ist. Das hat den Vorteil, dass Sie ausreichend
Beweise für ihr Alibi haben: Seminaranekdoten, Unterlagen
etc.
2. Die eigene Wohnung ist zu gefährlich. Ihr Partner
könnte, von Sehnsucht getrieben, unerwartet auftauchen.
Besser: Ein Hotel.
3. Die besten Freunde taugen nicht als Alibi. Meist
kennen die auch Ihren Partner, und beim nächsten Treffen zu
dritt kommt es zu Unstimmigkeiten.
4. Zahlen Sie niemals mit Kredit- und – falls Sie ein
gemeinsames Konto haben – auch nie mit EC-Karte. Ein
Candlelight-Dinner wirft Fragen auf, wenn es auf der
Abrechnung erscheint.
5. Sorgen Sie vor dem Date für genug Bargeld. Macht
sich gar nicht gut, wenn der Kontoauszug sagt: 2.21 Uhr
Berlin Mitte, wo Sie doch eigentlich auf einer
Geschäftsreise in München waren.
6. Wer sich fürs verbotene Date hübsch macht, muss
ein passendes Alibi haben. Wirkt seltsam, wenn sich Männer
vorm Fußballabend noch mal rasieren.
7. Telefonieren Sie niemals vom Festnetzanschluss!
ISDN, Wahlwiederholung, detaillierte Rufnummernauflistung in
der Rechnung sind Risikofaktoren!
8. Gewöhnen Sie sich an, jede SMS sofort zu löschen.
Das Gleiche gilt für die Anruflisten!
9. Bleiben Sie gesetzestreu! Strafzettel von Orten,
an denen man angeblich gar nicht war, überführen Sie als
Lügner.
Das sollten Sie unbedingt vermeiden: Die großen No No's
beim Fremgehen
Die Regel Never fuck in the factory ist zwar alt,
aber immer noch klug. Erstens kommt es bestimmt raus
(Kollegen merken alles!), und zweitens arbeitet es sich
schlecht mit der Ex-Affäre.
Außerdem: tabu Sein oder ihr bester Freund/beste
Freundin, Geschwister und natürlich die Eltern (soll
vorkommen).
Grundsätzlich gilt: Wenn beim Auffliegen der Affäre
mehr Menschen verletzt werden als die aktuellen
Lebenspartner (schlimm genug), Finger weg!
Ganz mies auch: Im heimischen Ehebett fremdgehen.
Wenn der Seitensprung wirklich so dringend ist, sollte doch
wohl noch ein Hotelzimmer drin sein. |
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